Übersetzen 10.10. – 07.11.2026 Kunstraum Tosterglope
Herzliche Einladung zur Ausstellungseröffnung
Samstag, 10. Oktober 2026 um 16 Uhr
Kunstraum Tosterglope zu Gast im ehemaligen Autohaus Niehoff
Barskamper Straße 11 in 21371 Tosterglope / Landkreis Lüneburg
Finissage Samstag, 7. November 2026 um 15 Uhr mit Vorstellung der Katalogbroschüre
Ich werde in der Gruppenausstellung „ÜBERSETZEN“ meine ortsbezogene Arbeit crossing wild – Wildwechsel aus dem Jahr 2026 zeigen.
crossing wild ist eine mediale Tischinstallation mit Tuschezeichnungen, MP-3 Player und Kopfhörer. Die Tuscheblätter wurden im Auto gezeichnet. Sie haben eine Entstehungszeit von 3 bis 15 Sekunden. Sie sind in den Pausen zwischen zwei vorbeifahrenden Autos entstanden und bilden somit den Zeitraum ab, in dem die Wildtiere mit wenigen Sprüngen über die Straße setzen können.
Ein Wildwechsel ist ein Pfad, den wilde Tiere laufen – so lange laufen, bis ein Tunnel im Gebüsch entsteht. Die Pfade im Wald wachsen über Jahre und werden Jahrzehnte, ja sogar Jahrhunderte benutzt. Sie formen sich durch das Laufen vieler Tiere und durch die Gewohnheit, hier und nicht woanders zu gehen.
Ein Wildwechsel ist ein Zeichen für Kontinuität. Er bildet eine Handlung und eine Dauer ab. Das Ereignis muss sich wiederholen, damit das Zeichen sichtbar wird, und sich auch zukünftig wiederholen, damit es sichtbar bleibt. Wenn das Wild über die Straße wechselt und im Wald verschwindet, geschieht dies zumeist unbemerkt.
Ich beobachte seit vielen Jahren, wie Wege entstehen und zerstört werden und sich dadurch der Landschaftsraum verändert. Meine Zeichnungen „leichter Schwindel“, „verlorene Wege“ und „desire lines – Wunschwege“ sprechen davon. Denn: „Die wirkliche oder mögliche Bewegung, die im Weg impliziert ist, wirkt sich als eine `Eröffnung´ des Raumes aus.“ E. Dardel* Wege sind Werke von Lebewesen, deren Bewegungen sich der Landschaft eingeschrieben haben. Damit wird Raum erst erfahrbar gemacht und, je nach Art des Weges, auf eine sehr spezifische Weise lebendig.
Stephanie Baden
2026-09-13
*E. Dardel, L´homme et la terre 1952 zitiert bei O.F. Bollnow, Mensch und Raum 2004
